GEMiNI: Geschäftsmodelle für Industrie 4.0

Das Verbundprojekt GEMiNI liefert neue Konzepte, um innovative Geschäftsmodelle für das Internet der Dinge zu entwickeln. Auf dem Wissenschafts- und Industrieforum 2017 zeigen die Konsortialpartner, wie sich diese PLM-gestützt gestalten lassen.

Das Internet der Dinge (IoT) verändert die Märkte. Neue Spieler wie Amazon, Google oder Uber greifen etablierte Unternehmen in anderen Branchen an. Innovation verlagert sich auf die digitale Wertschöpfung in Produkten und Dienstleistungen. Und der Wettbewerbsdruck steigt.

Die Bundesregierung fördert den digitalen Wandel der Industrie durch Forschungsprogramme, die einen hohen Transfer in die Unternehmen und eine breite Verwertung erwarten lassen. Dafür steht das GEMiNI-Projekt, dessen Ergebnisse nun abschließend auf dem Wissenschafts- und Industrieforum 2017 am 12. Mai 2017 (Session 10, 08:30-10:00 Uhr) in Paderborn vorgestellt werden.

Das Konsortium
GEMiNI ist eines der 14 Verbundprojekte im Technologieprogramm „AUTONOMIK für Industrie 4.0“ [1]. Es wurde vom Projektträger im DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt betreut, und vom Heinz Nixdorf Institut (HNI) der Universität Paderborn koordiniert und geleitet.

Das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, die Ruhr-Universität Bochum und das VDI/VDE Institut für Innovation und Technik haben das Projekt wissenschaftlich begleitet. Neben CONTACT Software waren der IT-Dienstleister Atos, der Anlagenbauer SLM Solutions Group sowie die Technologie- und Managementberatung UNITY an GEMiNI beteiligt.

Das Projekt
Geschäftsmodelle als Teil der strategischen Produktplanung entstehen oft noch weitgehend isoliert von nachgelagerten Entwicklungsprozessen. Die individuelle Ausprägung von Geschäftsmodellen bzw. Wertschöpfungsnetzwerken – z. B. „Make or Buy“, die Eingrenzung auf eine Zielgruppe oder auf ein bestimmtes Nutzenversprechen – wirkt sich aber auf wichtige Design-Entscheidungen für smarte Produkte und Dienstleistungen aus [2].

Im Rahmen von GEMiNI haben die Konsortialpartner einen Musterkatalog zur Ausprägung neuer Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 entwickelt und in CIM DATABASE PLM abgebildet. Auf dieser Basis ist es möglich innovative Geschäftsmodelle zu konfigurieren. Als Teil von CONTACT Elements interagiert die App mit anderen Bausteinen der offenen Technologieplattform, wie dem Innovationsmanagement, dem Projektmanagement oder dem Produktstrukturmanagement.

Das Konzept
Neue Ideen werden zunächst über Vorlagen erfasst und bewertet, bevor die eigentliche Geschäftsmodellentwicklung beginnt. Startpunkt dafür ist ein Cockpit, das dem Anwender verschiedene Methoden für dessen Ausprägung bereitstellt.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  • Value Proposition

Hier beschreibt der Anwender das Nutzenversprechen und damit den Wert, den Kunden oder Wertschöpfungspartner durch ein Geschäftsmodell erhalten.

  • BM-Overview

Ein musterbasierter Geschäftsmodellkatalog gibt dem Anwender eine Wissensbasis an die Hand, auf die er bei der Konfiguration seines Geschäftsmodells zurückgreifen kann.

  • Canvas Modeling

Das Business-Modell Canvas[3] ist das zentrale Werkzeug für den Anwender. Es versetzt ihn in die Lage versetzt sein individuelles Geschäftsmodell auszuprägen und auf Basis einer Risikoanalyse zu bewerten.

  • Network Planer

Abschließend können durch die graphische Modellierung von Wertschöpfungssystemen potenzielle Schwachstellen erkannt und in die Geschäftsmodellentwicklung zurückgespielt werden.

Der Nutzen
Mit der CIM DATABASE-Anwendung für die Geschäftsmodellentwicklung schließt GEMiNI eine Lücke zwischen Ideenfindung und Produktentwicklung. Da Geschäftsmodelle und weitere Modelle des Produktlebenszyklus gemeinsam im PLM-System verwaltet werden, können Unternehmen die wechselseitigen Auswirkungen zwischen den Modellen besser nachvollziehen. Zudem sind typische PLM-Funktionen wie Kollaborationsunterstützung, Prozesssteuerung, Dokumentation etc. in der Geschäftsmodellentwicklung zu nutzen.

CONTACT Software hat die neuen Bausteine u.a. im Anwendungsszenario „generative Fertigung“ erprobt und in seine Lösungen für das Innovations-, Anforderungs- und Projektmanagement integriert. Die Verbindung zu den technischen Produktdaten ist Teil des Konzepts: Der Brückenschlag zwischen Idee, Geschäftsmodell, Produkt und Dienstleistung hilft Unternehmen die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. So lassen sich beispielsweise Instandhaltungsdienstleistungen für stark vernetzte Produktionskomponenten – Stichwort Industrial Internet of Things (IIoT) – aufbauen und systematisch unterstützen.

Ihr Ansprechpartner bei CONTACT: Lucas Kirsch, Produktmanagement & Consulting

 

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